s t i l l e     p o s t
Konzept, Objekt
Alfred Grubbauer, Christine Schörkhuber 2008

Ein Ausgangstext wurde von in Niederösterreich lebenden mehrsprachigen Personen weitergegeben. Dreimal wanderte der Text durch verschiedene Sprachen. Nach dem Prinzip der Stillen Post wurde ein Spiel mit der Sprache initiiert.

Jede/r Mitspieler/in gab den Worten eine eigene Prägung und und transformierte die sinnstiftende Deutung. Es gibt keine "falsche" Übersetzung.
Der Textverlauf ist Anlass, diese Möglichkeit von Mehrdeutigkeit genauer zu betrachten - und sich auch mit dem Gefühl des Nicht-Verstehens bewusst auseinanderzusetzen.
Es wird ein genauerer Blick auf die Heterogenität einer regionalen Bevölkerung geworfen.

Stille Post ist ein Kunstprojekt für den öffentlichen Raum, das sowohl visuell als auch akustisch in Erscheinung tritt und im Rahmen des Viertelfestivals 08 durchgefürt wurde.
Ein 4 Meter langer Kasten beinhaltet eine vierkanalige Audioinstallation, in der die Sprachkomposition zu hören ist. Die drei Verläufe, die bei der Stillen Post entstanden sind, sind dabei sowohl klar in der Reihenfolge der Textweitergabe als auch als abstrakte Stimmfragmente hörbar.

Das Konzept wurde gemeinsam dem bildenden Künstler Alfred Grubbauer entwickelt und durchgeführt.
Es wurde in Rahmen des Viertelfestivals Mostviertel 08 realisiert. Das Ton – und Bildobjekt war in vier Kleinstädten öffentlich und frei zugänglich zu sehen.

Die website www.stillepost-noe.at öffnet sozusagen eine Hintertür für diejenigen, die genauer hinschauen wollen. Die einzelnen Spieler/innen sind auf der website kurz vorgestellt.
Manche haben die Gelegenheit genutzt, öffentlich zu formulieren, was sie gerne einmal sagen würden. Andere wiederum zogen vor, nur einige Eckdaten bekannt zu geben oder überhaupt anonym zu bleiben.
Es geht ums Hinhören, um die leisen Töne und um das, was sich zwischen Zeichen abspielt.

mehr auf www.stillepost-noe.at