s p e a k i n g   w a l l s
Installation, 2010

Die Installation “Speaking Walls” wirft einen Blick auf Spuren sozialer Kommunikation an den Häuserwänden von Budapest, insbesondere auf die zahlreichen Stencils - Schablonengrafiken.
Künstliche, kompakte Mauerstücke mit Stencils aus dem Stadtbild von Budapest werden in den Ausstellungsraum transferiert, an den Wandfragmenten sind Kopfhörer angesteckt. Verschiedene Personen sprechen über Hintergründe, Geschichten und persönliche Perspektiven der ausgewählten Motive und den Zusammenhang im Feld von Street Art, Politik und Gesellschaft: Aktivisten, Street Artists, die Besitzerin eines Design Shops, ein klassischer Maler und verschiedene Passanten kommen zu Wort.

Wie die transferierten Wände einer antiken Stadt in einem anthropologischen Museum sind auch diese dislozierten Mauerfragmente Zeugen einer bestimmten Situation und Umgebung. Urbane Strassen sind der Schauplatz städtischer Kommunikation und politischer Diskurse. Das Kennzeichnen von Wänden ist ein Ausdruck einer (bedingt) permanenten Teilnahme. Die Absichten dabei sind sehr unterschiedlich und reichen von reinem Spaß an der ästhetischen Intervention bis hin zum dringenden Bedürfnis, soziale Botschaften zu hinterlassen und Systemkritik zu formulieren.
Die Wände der Stadt sprechen, und sie reflektieren Politik, soziale Struktur, Lebensstil und Popkultur im zeitgenössischen Ungarn.

Die Arbeit entstand während einer Residency in Budapest 2010, unterstützt von AIR Krems (Nů) und der Budapest Galleria.