s e c h s       I n t r o s
Bundesasylamt, Magistrat Alsergrund, Billa, Gerngroß, Mumok, Semperdepot
DVD  2007/08 Gesamtdauer 23:00

Sechs Gebäude im Stadtraum Wien, öffentlich begehbar. Der Eingangsbereich dieser Häuser, der Übergang von Aussen nach Innen, beinhaltet eine Vielzahl akustischer Erfahrungen, die im Vorübergehen kaum bemerkt werden.
Ich habe den Prozess des Eintretens mit Handkamera audiovisuell aufgezeichnet und dieses kurze Stück Raumerfahrung zum Ausgangsmaterial von konkreten Musikstücken gemacht.  Der Originalton des Videos ist die Instrumentierung. Diese Arbeit ist eine Fortführung der Methode, die auch den Etüden zugrunde liegt, und setzt dieselbe Arbeitsweise auf eine andere Fragestellung um. Auch hier wurden keine zusätzlichlichen Tonspuren eingefügt und keine Effekte verwendet. .


In den Mittelpunkt rückt hier die akustische Dimension einer Architektur und die Klanglichkeit eines sozialen Raumes. Die Arbeiten sind zusammengefasst zu einem Präsentationskomplex, funktionieren aber auch als einzelne, selbstbestehende Stücke. Wenn man von innen nach außen oder umgekehrt geht, dann überschreitet man eine Grenze, an der sich zwei Räume treffen. Der Eingangsbereich ist der Bereich, in dem sich die Lautsphäre des Innen und des Außen berühren.

„Die Räume reiben sich an den Punkten, wo sich ihre Grenzen auflösen. Aber diese verbindenden Punkte haben keinen Ort. Sie machen sich nur durch ein vorübergehendes Kreischen und flüchtige Geräusche bemerkbar. Diese Grenzen können nicht entziffert, sondern nur gehört werden, wenn sie sich erst einmal vermischt haben - so beständig ist der Riss, der alle Punkte vernichtet, an denen er vorbei kommt. "

  Michel deCerteau: Die Kunst des Handelns.  Merve Verlag. Berlin 1988. Kapitel VII Gehen in der Stadt S 211