sonic wall. 2011

Die Schallmauer ist eine tapezierte und gekalkte Wand von insgesamt 6 x 2,30 m, die sich fast unmerklich in den Raum einfügt, eigentlich jedoch ein 5kanalig bespielbarer Schallkörper ist. Die Installation ist insbesondere für tiefe Frequenzbereiche im Eigenresonanzbereich der Schallmauer bei ca 40 - 60 Hz konzipiert. Beim Lehnen an der Wand wird Klang von einer tendenziell akustischen zur einer haptischen Rezeption überführt und ganzkörperlich spürbar gemacht. Entwickelt wurde die Schallmauer ausgehend von einer Kompositionsidee der Künstlerin, die sich mit dem Nachhall unausgesprochener Worte auseinandersetzte. Traces of the Unspoken baut auf Audioaufnahmen auf, in denen Personen zum Sprechen ansetzen, ohne die tatsächliche Handlung folgen zu lassen. Diese ungesagten Worte evozieren einen Nachhall, der sich in der Mauer als beinahe unhörarer, jedoch als starke Vibration spürbarer Klang manifestiert. Das Audiomaterial dazu wurde aus üBr 20 Interviews und aufgenommenen Gesprächen extrahiert. Die Schallmauer kann jedoch auch von zeitgenössischen KomponistInnen bespielt werden, die sich konzeptionell mit der spezifischen Rezeptionssituation zwischen haptischer und akustischer Empfindung auseinandersetzen. (bisher z.B. von Veronika Mayer, Daniel Lercher, Michael Zacherl). Komposition, verstanden als einer Ordnung von akustischen Eindrücken, wird hier um eine sinnliche Ebene erweitert und damit vor neue Herausforderungen gestellt. Im September 2011 wurde die Schallmauer im Echoraum, Wien aufgebaut, um dort als permanente Installation für die Dauer von einem Jahr zu verbleiben.